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Am 2. Advent, dem 7. Dezember 2003
O
Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.
Dieser
Vers nimmt unmittelbar Bezug auf Jesaja 63, 19b - 64,3:
dass die Berge vor dir zerflössen
wie Feuer Reisig entzündet
und wie Feuer Wasser sieden macht,
dass dein Name kund werde unter deinen Feinden
und die Völker vor dir zittern müssten,
wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten
- und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! -
und das man von alters her nicht vernommen hat.
Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen
einen Gott außer dir,
der so wohl tut denen, die auf ihn harren.
In
dieser Klage des Volkes kommt seine Betroffenheit durch ein Unglück, eine
Katastrophe zum Ausdruck: Wenn uns der Boden unter den Füßen wegbricht, wenn
Angst vor Vernichtung und Verzweiflung über das Verhängnis uns übermannt, in
der tödlichen Bedrohung richtet sich die einzige Hoffnung auf die Epiphanie
Gottes: Ach, dass du den Himmel zerrissest und führest herab! In solcher Lage,
in der die eigene heile Welt zerbirst, kann man Rettung nur "erwarten"
vom Kommen dessen, der die Erde zum Beben und Wanken bringen kann. Psalm 18,
7-21, der nach dem Alpirsbacher Antiphonale in der Matutin am Montag gesungen
Die Ankündigungen für 2004 finden Sie unter "Kalender".
Nun
richtet sich der Blick nach vorn. Darf ich generell darum bitten, dass die
Anmeldungen möglichst sofort erfolgen, wenn jemand weiß, an welcher Woche er
oder sie teilnehmen will? Wir haben
in den letzten beiden Jahren jeweils eine Woche absagen müssen, weil nicht
genug Teilnehmer gemeldet waren. Das kann teuer werden. Deshalb wären wir sehr
froh, wenn alle, die schon fest geplant haben, sich möglichst gleich anmelden.
Die Anmeldefristen geben wir nur für
die Spätberufenen und Spätentschlossenen, und wir haben sie auch früher
angesetzt als in der Vergangenheit, nämlich 6 Wochen vor Beginn, um nicht
wieder kostenträchtige Stornierungen vornehmen zu müssen.
Zu
guter Letzt
Verschiedentlich
bin ich sorgenvoll darauf angesprochen worden, dass unsere Konvente ein immer höheres
Durchschnittsalter aufweisen, dass der Nachwuchs an jungen Leuten
fehlt. Ich habe schon mehrfach in Rundbriefen gebeten, jüngere Menschen
auf unsere Arbeit und die Wochen anzusprechen. Man muss allerdings zugeben, dass
Jüngere und unerfahrene Novizen es besonders schwer haben, Fuß zu fassen. Sie
fühlen sich rasch isoliert. Besser wäre es, wenn sich einige Neulinge zusammen
anmelden würden und dann aneinander halten könnten. Aber es gelingt zur Zeit
selbst bei Studierenden der Theologie oder der Kirchenmusik schwer, sie für
unsere Arbeit zu interessieren. Wir haben erste Überlegungen angestellt, ein
spezielles Angebot für Jugendliche zu machen, um sie auf eine ihnen gemäße
Art an die Arbeit heranzuführen. Doch bleibt es ein wichtiges Anliegen, dass
Sie sich in Ihrem Umfeld für unsere Arbeit einsetzen, indem Sie nach
ansprechbaren Menschen Ausschau halten.
Zu
diesem Zweck liegen auch wieder drei Faltblätter mit dem Jahresprogramm und der
Vorschau auf 2005 sowie einer Kurzbeschreibung der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach
bei, damit Sie diese weitergeben können. Natürlich können Sie jederzeit mehr
davon anfordern! Ausführlichere Informationen enthalten die Hefte
„Orientierung über die KAA“ und die “Consuetudines“, die ebenfalls zu
€ 2,- bzw. € 5,- zzgl. Porto bestellt werden können.
Es
geht auch diesmal leider nicht ohne einen Passus übers Geld. Wir bitten wie
stets herzlich und dringend um Ihre Überweisung auf dem beigelegten Träger.
Sie können natürlich auch auf das Konto Nr. 43 249 709 bei der Postbank
Stuttgart (BLZ 600 100 70) überweisen, wenn Ihnen das besser passt, Ich muss
aber bei dieser Gelegenheit auch darauf hinweisen, dass wir mit dem Ausbau
unserer Stiftung nur bescheiden vorankommen. Es wäre so wichtig, von den Erträgnissen
der Stiftungseinlagen teure Wochen im Preis drücken zu können, um dadurch die
Schwelle niedriger zu machen. Ich
habe viele Unternehmen mit der Bitte um Stiftungseinlagen angeschrieben, doch
war die Resonanz gering. Meine herzliche Bitte ist, dass Sie mir
Adressen von Personen oder Unternehmen
mitteilen, die sich möglicherweise für unsere Arbeit interessieren lassen und
dann auch finanziell engagieren. Auch möchte ich noch einmal zu bedenken geben,
ob nicht der eine oder die andere von Ihnen testamentarisch der Stiftung ein
Vermächtnis hinterlassen könnte und möchte. Alle Zuwendungen für die
Stiftung sind steuerlich absetzbar. Ich
bitte um Ihr Verständnis dafür, dass ich so deutlich über das spreche, worüber
man eigentlich nicht spricht. Aber es gehört nach meinem Verständnis zu meinen
Aufgaben, die Zukunft der Arbeit auch in finanzieller Hinsicht zu sichern, so
gut das eben geht.
Schließlich
darf ich noch darauf hinweisen, dass die der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach
gewidmete und anlässlich der Jubiläumswoche in Alpirsbach uraufgeführte
Deutsche Vesper von Günter Gruschwitz am 2. Mai 2004 abends in der
Marktkirche zu Neuwied noch einmal zur Aufführung kommt. Der genaue Beginn ist
noch nicht festgesetzt. Wer sich dahin aufmachen möchte, müsste sich zu
gegebener Zeit beim Pfarramt in Neuwied erkundigen.
Ich
grüße Sie herzlich zur Weihnachtszeit mit der fünften Strophe des eingangs
zitierten Liedes von Friedrich von Spee:
O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern;
o Sonn, geh auf, ohn’ deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.
Am Gedenktag der Geburt Johannis des Täufers, 24. Juni 2003
Werte Freundinnen und Freunde der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach!
In diesem Jahr gedenken wir besonders Jochen Kleppers, der am 22. März 1903 geboren wurde. Wir verdanken ihm die vielleicht bedeutendsten geistlichen Lieder des vergangenen Jahrhunderts. 1938 ist die Sammlung "Kyrie" erschienen. In unser neues Evangelisches Gesangbuch sind 12 seiner Lieder aufgenommen worden; es lohnt sich, diese nachzuschlagen. Sein "protestantisch-preußischer" Roman über den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. "Der Vater" hat ihn berühmt gemacht, obwohl nicht dafür geworben werden durfte, nachdem er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen worden war. Doch näher kommt man seinem eigenständigen christlichen Denken in seinen Tagebüchern "Unter dem Schatten deiner Flügel" und "Überwindung", die er 1932 begann, nachdem er mit Hanni und deren beiden Kindern aus erster Ehe, alle rein jüdischer Abstammung, eine Familie gegründet hatte. Als die beantragte Ausreise für die zweite Tochter am 10. Dezember 1942 endgültig abgelehnt wurde, flüchtete er mit Frau und Tochter vor dem Judenhass der Nazi-Schergen in das Erbarmen Gottes: "Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben."
Ich habe den Eintrag unter dem Datum 24. Juni 1941 in seinem Kriegstagebuch "Überwindung" nach-gelesen. Er beginnt mit den Worten: "Stille Nacht und stiller glühender Morgen". Ob der Anklang an das Weihnachtslied bewusst gewählt ist? Jedenfalls hängt das Datum des Johannistags mit dem Christtag zusammen: Heute steht die Sonne länger am Himmel als an allen anderen Tagen des Jahres, und die Geburtstage von Johannes und Jesus, die ja niemand weiß, sind auf die germanischen Sonnwendfeste gelegt worden. Jetzt nehmen die Tage wieder ab, wie Johannes sagt: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Joh 3,30). Von Weihnachten an geht's dann wieder aufwärts mit dem Sonnenlicht. Wie Jochen Klepper in seinem Adventslied 1938 dichtete:
Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.
Im letzten
Advents-Rundbrief habe ich nach ihrem Ausscheiden aus dem Leitungskreis der
Verdienste von Frau Ingrid Bublitz um die Kirchliche Arbeit Alpirsbach während
vieler Jahrzehnte gedacht. Am
4. Februar ist sie plötzlich verstorben; im Jahr 1921 geboren, wäre sie am 14.
März ds. Js. 82 Jahre alt
geworden. In Oeversee, ca. 15 km südlich von Flensburg, fand sie in der
Familien-Grabstätte ihre letzte Ruhe. Bei der Bestattung am 11. Februar, die
der Ortspfarrer hielt, waren einige Alpirsbacher dabei. Kantor Eberhard Popp
spielte die Orgel, ich bezeugte vor der kleinen Trauergemeinde, was sie für uns
in der KAA bedeutet hat, und wir sangen das Nunc dimittis. Wir werden ihr
Andenken in Ehren halten!
Seit dem letzten Rundbrief zum Advent hat die Kirchliche Arbeit Alpirsbach zwei Quatember-Wochenenden in Benz auf Usedom, die Epiphaniaswoche in Heiligkreuztal und die Osterwoche in Lippoldsberg durchgeführt. Die für Jerichow geplante Pfingstwoche musste leider abgesagt werden, weil es zu wenige Anmeldungen gab.
Alle Berichte zu den Wochen kann man schon seit längerer Zeit, z.T. etwas ausführlicher und bebildert, im Internet lesen. Ich erinnere deshalb bei dieser Gelegenheit an unsere Homepage unter der Adresse www.kaalpirsbach.de. Dort finden diejenigen, die mit diesem Medium umgehen können, alle wichtigen Informationen jeweils auf dem aktuellen Stand, dazu Links zu verwandten Websites.
Im Bericht von der Osterwoche klingt an, dass die Revision des Alpirsbacher Antiphonale von Friedrich Buchholz in ein neues Stadium getreten ist. Seit rund 10 Jahren gab es einerseits eher praktisch ausgerichtete Bestrebungen, den Gebrauch der Hefte auf den Wochen zu vereinfachen durch Neusatz mit Unterstreichungen und fortlaufender Anordnung der ausgewählten Stücke, damit das lästige Suchen und Blättern entfiel. Andererseits gab es liturgie- und musikwissenschaftliche Überlegungen im Blick auf die 1984 abgeschlossene Revision des Luthertextes und auf die semiologischen Erkenntnisse der neueren Gregorianik-Forschung. Dies hat im Oktober 1996 zu einem Beschluss des Leitungskreises geführt, an dessen Umsetzung wir bis jetzt herumprobierten. Nach dem Kantorenkonvent in Lippoldsberg zeichnet sich nunmehr eine umfassende Lösung ab. Das Alpirsbacher Antiphonale von Friedrich Buchholz bleibt als Grundlage der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach unangetastet. Darauf kann jederzeit zurückgegriffen werden. Aufgrund der Entwicklung der Computer- und Reproduktionstechnik ist es jedoch möglich, vom Leitungskreis autorisierte "Gebrauchsversionen" herzustellen, die beiden beschriebenen Bestrebungen nachkommen. Es ist geplant, die Psalmen in der revidierten Fassung - ohne dass wir uns sklavisch an sie binden - jeweils mit einem Konvent zu erproben, ehe eine begrenzte Zahl von Heften hergestellt wird. So werden Korrekturen und Weiterentwicklungen ohne größere Umstände möglich. Das Osterheft bildet den Anfang, ihm folgen das Heft für den Sonntag, das Weihnachtsheft, das Heft für den Montag und das Pfingstheft. Danach sollen die weiteren Wochentage bearbeitet werden; auch für die Quatembertage Advent und Invokavit sind schon Überlegungen angestellt. Für dies alles werden wir in den nächsten Jahren viel Idealismus, Zeit und Geld aufbringen müssen. Sie alle können durch Ihre finanziellen Zuwendungen und durch Ihre Beteiligung an den Gregorianischen Wochen bzw. Tagen zum Gelingen beitragen.
Vor zwei Tagen hat mir unser Leitungskreis-Mitglied Pfarrer PD Dr. Joachim Conrad mitgeteilt, dass die Chronik der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach, die er zu ihrem 70. Jubiläum verfasst hat, fertiggestellt und ausgeliefert ist und somit ab sofort im Buchhandel bezogen werden kann:
Joachim Conrad, Liturgie als Kunst und Spiel. Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach 1933 - 2003, Heidelberg: LIT-Verlag 2003, (Heidelberger Studien zur Praktischen Theologie Bd. 8)
420 S., € 24.90
Das Buch ist außerordentlich sorgfältig und kenntnisreich geschrieben und enthält neben der umfassenden Darstellung der Geschichte der KAA auch Listen von (fast) allen Wochen und ihren Teilnehmern sowie knappe biographische Angaben über viele Persönlichkeiten, die in diesen sieben Jahrzehnten in der Arbeit eine Funktion ausgeübt haben. Ich kann es Ihnen nur warm ans Herz legen!
Auch erinnere ich gern an die "Consuetudines Alpirsbacenses", die Pfarrer Walter-Erich Pollmann im Auftrag des Leitungskreises neu bearbeitet hat. Das schön gestaltete Heft von 72 Seiten mit dem Faksimile der "Urfassung" von Friedrich Buchholz aus dem Jahr 1940 kann zum Preis von €uro 5,- zzgl. Porto bei der Geschäftsstelle (Sibrand Foerster, Alte Landstraße 63, 40489 Düsseldorf, Fon/Fax (0211) 405 40 17) bestellt werden. Auch das Heft zur knappen Information auf 30 Seiten "Kirchliche Arbeit Alpirsbach. Eine Orientierung" ist dort für €uro 2,- zzgl. Porto zu bekommen.
Die Sommerwoche in Gernrode und die Jubiläumswoche in Alpirsbach stehen bevor. Wir freuen uns herzlich, dass die Kirchliche Arbeit Alpirsbach auch nach 70 Jahren für viele eine anziehende geistliche Heimat ist. Vielleicht gibt es noch den einen oder die andere, die sich überlegen, zur Jubiläumswoche vom 4. bis 10 August nach Alpirsbach zu kommen. Geben Sie sich einen Ruck und melden sich rasch an! (Angaben im Anhang) Ein Plätzchen wird sich gewiss noch für Sie finden.
Ich möchte Sie auch in diesem Jahr erneut herzlich bitten, Menschen Ihrer Bekanntschaft, die Freude am Singen und an der Liturgie wie auch an der Arbeit zu kirchlichen Themen haben, auf die Kirchliche Arbeit Alpirsbach aufmerksam zu machen und zu unseren Wochen einzuladen.
Und nach gutem Brauch die zweite Bitte: Wer für dieses Jahr noch keinen Beitrag entrichtet hat, ist herzlich gebeten, dies zu tun. Wir legen keinen Überweisungsträger bei, um den Brief mit einfachem Porto verschicken zu können. Aber Sie haben bestimmt neutrale Formulare zur Hand. Unsere beiden Konten sind:
Konto Nr. 12 971 Sparkasse Detmold BLZ 476 501 30
Konto Nr. 43 249 709 Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70.
Zum Schluss, damit der Brief rund wird, noch zwei Strophen von Jochen Klepper aus dem Lied
"Der Herr ist nah":
Auf Feldern, die sich fruchtbar wiegen
in kargem Halm auf armem Sand
muss doch der gleiche Segen liegen
Du sätest sie mit deiner Hand.
Und was du schickst, ob Glück, ob Angst,
zeigt stets, wie du nach uns verlangst.
Der Lebensbaum im Garten Eden,
der Dornbusch, der dich glühend sah,
sind beide nur das eine Reden:
Der Herr ist unablässig nah.
Und alles, was der Mensch vollbringt,
ist Antwort, die dein Ruf erzwingt.
Ich wünsche Ihnen allen eine gute Sommerzeit. Seien Sie freundlich gegrüßt und Gott befohlen!
Am 2.Advent, dem 8. Dezember 2002
Werte Freundinnen und Freunde der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach!
Das Gedicht, mit dem ich Sie zum Advent und zum Beginn des neuen Kirchenjahres grüße, stammt von Hermann Stern, einem der Väter der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach, der Richard Gölz und Eberhard Weismann als Württembergischer Landeskirchenmusikdirektor nachfolgte:
Wartende sind wir, Tag um Tag.
Es wartet ein jeder, worauf er mag:
Auf Freude, auf Frieden, auf Geld.
Doch wer auf den Heiland der Welt?
Suchende sind wir, in Dunkel und Licht.
Es suchet ein jeder, was ihm gebricht:
die Schönheit, die Liebe, die Macht.
Doch wer hat an Christus gedacht?
Wecke das Sehnen nach deinen Zeichen,
lass deine Liebe die Welt erreichen,
jetzt im Advent.
Öffne die Herzen von Sündern und Frommen,
erfülle den Erdkreis mit deinem Kommen,
jetzt im Advent.
In 8 Tagen wäre Friedrich Buchholz, der am 16. Dezember 1902 in Dessau geboren wurde, hundert Jahre alt geworden. Er ist am 15. März 1967 im Alter von nur 64 Jahren in Darmstadt gestorben. Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach hat neben Richard Gölz durch ihn ihre entscheidende Prägung erfahren. Die von ihm aus den originalen Handschriften in St. Gallen und Einsiedeln erhobenen und überaus kunstvoll mit dem deutschen Luthertext verbundenen gregorianischen Gesänge des Alpirsbacher Antiphonale sind das eigentliche "Proprium" unserer Arbeit. Sie bilden ein eigenständiges und herausragendes künstlerisches Erbe, dessen Pflege und behutsamer Weiterentwicklung wir uns dankbar verpflichtet wissen. Leider ist D. Dr. Friedrich Buchholz, der auch eine beachtliche Reihe wichtiger Vorträge und Aufsätze zu Fragen der Liturgie, der Kirchenmusik und des Kirchenbaus verfasst hat, außerhalb des Kreises von Fachleuten kaum noch bekannt. Als ich vor einigen Monaten in Dessau nachfragte, ob die Evangelische Kirche in Anhalt anlässlich seines hundertsten Geburtstages etwas plane, fand ich keine Resonanz. Das ist natürlich auch eine Folge des kirchlichen Traditionsabbruchs. Umso mehr wollen wir in der Stiftung Kirchliche Arbeit Alpirsbach seiner in Dankbarkeit gedenken.
In Trauer gedenken wir auch Prof. Dr. Dieter Nestles, der am 7. August 2002, zehn Tage vor Vollendung seines 71 Lebensjahres, verstorben ist. Vielen Alpirsbachern ist er mit seinen feinen Studien in lebendiger Erinnerung. In den letzten Jahren hat er sich allmählich zurückgezogen, weil es seiner Musikalität widerstrebte, nicht mehr so rein singen zu können, wie er es seinem Anspruch an Alpirsbacher Chorgebete schuldig zu sein glaubte. Wir werden ihm ein dankbares Andenken bewahren.
Aus dem Leitungskreis sind im letzten Jahr Frau Ingrid Bublitz, Horn-Bad Meinberg, Kantor Eberhard Popp, Detmold, und Pfarrer Walter Sohn, Friedrichshafen ausgeschieden. Frau Bublitz hat vor Gründung der Stiftung dem Verein als Rechnungsführerin gedient und auf unzähligen Wochen das Amt der Cameraria wahrgenommen. Sie war mit ihrer liebenswürdigen Bescheidenheit in vieler Hinsicht die Seele unserer Arbeit, wir danken ihr dafür von Herzen. Kantor Popp hat in über 30 Kirchlichen Wochen den Gesang kundig geleitet und viele Jahre lang dem Leitungskreis angehört. Pfarrer Sohn war von 1973 bis 1984 Stadtpfarrer in Alpirsbach, danach bis zum Eintritt in den Ruhestand 1995 in Waldsee Kr. Ravensburg und gehörte dem Leitungskreis seit 1983 an. Wir haben allen Genannten für ihr großes und treues Engagement und guten, umsichtigen Rat, nicht zuletzt während des schwierigen Prozesses der Zusammenführung der Arbeit in einer Stiftung, viel zu danken. Sie bleiben als ehemalige Mitglieder dem Leitungskreis auch weiterhin korrespondierend verbunden.
Derzeit gehören dem Leitungskreis an: im Stiftungsvorstand als Präses Oberkirchenrat D. theol. Rüdiger Schloz, Hannover, als Vizepräses Pfarrerin Käthe Lange, Greifswald, und als Kurator Rechtsanwalt Pastor Sibrand Foerster, Düsseldorf. Die weiteren Mitglieder des Leitungskreises sind: Dr. med. Barbara Axthelm, Eisfeld/Thüríngen, KMD Prof. Ingo Bredenbach, Tübingen, Privatdozent Pfarrer Dr. theol. habil. Joachim Conrad, Püttlingen/Saar, Kantor Lothar Fleischer, Plauen, Lieselotte Heine, Berlin, KMD Hans-Dieter Schlosser, Stiefenhofen, KMD Prof. Hartmut Schmidt, Haan, Pfarrer KMD Prof. Gero Soergel, Tübingen.
Pfarrer Erich-Walter Pollmann aus Solingen hat im Auftrag des Leitungskreises die Consuetudines dankenswerter Weise mit großer Sorgfalt und viel Einfühlung neu bearbeitet. Sie liegen jetzt in einem schönen Heft von 72 Seiten mit dem Faksimile der Urfassung von Friedrich Buchholz aus dem Jahr 1940 vor und können zum Preis von 5,- Euro zzgl. Porto bei der Geschäftsstelle bestellt werden.
Besonders möchte ich Sie auf die Sommerwoche des nächsten Jahres in Alpirsbach aufmerksam machen. Es wird die Jubiläumswoche zum 70 jährigen Bestehen der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach sein. Wir wollen sie besonders festlich gestalten. Prof. Dr. Karlfried Fröhlich, Princeton, hat ein Studium über eine frühe Blockbuchausgabe einer Biblia Pauperum aus dem 15. Jahrhundert zugesagt. Am Samstag findet die Uraufführung der Deutschen Vesper für Soli, Chor und Orchester "Lobet den Namen des Herren!" von Günter Gruschwitz statt, die der Komponist "den Freunden der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach zugeeignet" hat.
Auch für die Herbstwoche 2003 in Loccum ist die Einladung schon diesem Adventsbrief beigefügt. Der Grund liegt darin, dass diese Woche in Kooperation mit dem Pastoralkolleg der Hannoverschen Landeskirche durchgeführt wird. Deshalb ist es nötig, dass die Anmeldungen schon bis Ende März erfolgen. Generell möchte ich Sie sehr dringend bitten, die Anmeldungen zu allen Wochen so früh wie möglich vorzunehmen. Wenn etwas dazwischen kommt, kann man immer absagen. Aber für unsere Planungen ist es enorm wichtig, frühzeitig zu wissen, ob eine Woche überhaupt zu Stande kommt und wie viele Plätze in Heimen oder Hotels reserviert werden können. Durch die Erfahrung der letzten ausgefallenen Osterwoche sind wir sehr gebrannt und müssen darauf achten, nicht wieder schmerzliche Ausfallgebühren bezahlen zu müssen.
Auch heuer sind dem Adventsbrief mehrere Faltblätter mit dem Programm des nächsten Jahres beigefügt, diesmal lila und mit einem Bild von Heiligkreuztal. Bitte geben Sie diese Flyer auch weiter, interessieren Sie damit jüngere Menschen für unsere Wochen. Eine Umfrage bei der Sommerwoche in Gernrode hat, wie mir Herr Winkelmann im Juli 2001 mitteilte, ergeben, dass von 33 befragten Teilnehmern 15 durch Freunde und Bekannte und 7 durch Verwandte für die erstmalige Teilnahme an einer Gregorianischen Woche motiviert wurden. Die persönliche Einladung ist unser wirksamstes Werbemittel. Es gibt so viele Suchende, die möglicherweise in der besonderen Spiritualität unserer Alpirsbacher Tradition mit der deutsch gesungenen Gregorianik und dem Studium eine Oase für die Seele oder gar eine geistliche Heimat finden könnten.
Zum Schluss nach gutem Brauch das Thema, über das man ungern redet: Der beiliegende Überweisungsträger möchte Sie daran erinnern, dass Sie bestimmt wieder nach Kräften einen finanziellen Beitrag für unsere Arbeit und die Stiftung leisten wollten. Ich darf Ihnen mitteilen, dass nach Auskunft unseres Kurators Sibrand Foerster die Spendenbescheinigungen jetzt per Computer erstellt und somit pünktlich an Sie versandt werden. Natürlich sind wir auch weiterhin bestrebt, größere Stiftungseinlagen einzuwerben. Erst wenn das Stiftungskapital nennenswerte Erträge bringt, können wir damit auch die Kosten für die Wochen drücken, damit die Schwelle für wenig Verdienende niedriger wird. Wer immer dazu eine Möglichkeit hat, möge bitte die Stiftung bedenken, beispielsweise auch durch Vermächtnisse.
Immer wieder überlege ich, ob diese Rundbriefe nicht zu lang, abschreckend lang sind. Aber wenn ich nachfrage, erhalte ich stets die Antwort, dass der Johannisbrief und der Adventsbrief als ein Band empfunden werden, das alle, die mit der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach verbunden sind, zusammenhält. So ist es ja auch gedacht und gemeint. Also wünsche ich Ihnen ein ruhiges Stündchen zum Lesen, ein gesegnetes Christfest und ein gutes Neues Jahr!
Seien Sie freundlich gegrüßt und Gott befohlen
Ihr Rüdiger Schloz
Am Gedenktag der Geburt Johannis des Täufers,
24. Juni 2002
Werte
Freundinnen und Freunde der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach!
Die einzige seriöse
Quelle über Johannes den Täufer neben den neutestamentlichen
Zeugnissen (Markus 1 und 6 mit Parallelen sowie die Geburtslegenden in
Lukas 1) ist der Bericht des Flavius Josephus, eines aus einer jüdischen
Priesterfamilie stammenden Pharisäers, der - zwielichtigen Charakters - als Günstling
der flavischen Kaiser über das Judentum schrieb, um es Griechen und Römern
verständlich zu machen. Seine um 93/94 entstandene Schrift "Jüdische
Altertümer" (Antiquitates Iudaicae) enthält folgende Darstellung (18,
117): "Johannes, genannt der Täufer, ist ein vorbildlicher Mensch. Seine
Lehre ist: Die Juden sollen sich darin üben, Gutes zu tun, nämlich gerecht
gegen andere Menschen zu sein und Gott zu verehren. Das vorausgesetzt sollen sie
zur Taufe zusammenkommen. Diese Taufe ist nach seiner Lehre nur dann vor Gott
wertvoll, wenn der Mensch durch das Ausüben von Gerechtigkeit im Innern schon
gereinigt ist, und die Taufe nur noch zur Heiligung des Körpers dient, nicht
aber zur Vergebung aller möglichen Sünden." Dies dürfte eine bewusste
hellenisierende Umdeutung für den römischen Geschmack sein. Doch gerade so
kann auch sie aus dem Gegensatz heraus zu dem berühmten Fingerzeig auf Christus
und sein Evangelium werden. Durch das Zeugnis des Geistes in Wort und
Sakramenten dürfen wir gewiss sein, dass Gott uns
Sündern gnädig ist, egal wie gut oder schlecht es uns gelingt, gerecht, gut und innerlich rein zu werden.
Wir sind gerade nicht die Summe unserer Leistungen; wir sind auch nicht das, als
was wir von den Menschen angesehen werden. Was wir in Wahrheit sind, bestimmt
sich nicht nach relativen Maßstäben, sondern wird allein durch Gott bestimmt,
absolut: in seinen Augen gerecht. Das kann und soll uns gerade in Skrupeln trösten.
Dadurch werden wir unseres christlichen Glaubens froh.
So grüße ich Sie zur
Jahresmitte und zum Beginn der Ferienzeit. Seit dem Adventsbrief hat es zwei
Quatember-Wochenenden in Benz auf Usedom, die Epiphaniaswoche in Heiligkreuztal
und die Pfingstwoche in Fürstenwalde gegeben. Die Osterwoche im Stift Cappel,
mit der wir an eine gute alte Alpirsbacher Tradition anknüpfen wollten, musste
zu unserem großen Bedauern wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden. Das
schmerzt und bewegt uns im Leitungskreis sehr. Wir mussten eine hohe Ausfallgebühr
für die reservierten Zimmer entrichten. Das macht uns nachdenklich,
insbesondere nachdem auch für die Pfingstwoche zunächst recht wenige
Anmeldungen kamen, weswegen ich Ende April noch einmal ein kleines Rundschreiben
an die Teilnehmer der Pfingstwochen der vergangenen Jahre richtete. Zur Zeit
sind rund 560 Adressen in der Datei, an die unsere Rundbriefe und Einladungen
verschickt werden. Da nimmt es schon Wunder, wenn zur Osterwoche nur 6 oder 7
Anmeldungen eingehen. Woran liegt das? Der Ort ist attraktiv und voller
Alpirsbacher Tradition, im restaurierten Chorgestühl der Lippstadter
Marienkirche, für deren Renovierung Friedrich Buchholz ein großes Gutachten
verfasste, sollte eine Vesper gehalten werden. Das vorgesehene Psalmenstudium
entspricht einem Wunsch, der von vielen geäußert wurde. Für Gesichtspunkte
zur Erklärung wäre ich Ihnen wirklich sehr dank-bar, noch dankbarer freilich für
Gesichtspunkte zur künftigen Vermeidung solcher kostenträchtigen Ausfälle. -
Ich möchte Sie alle erneut herzlich bitten, doch Menschen Ihrer Bekanntschaft,
die Freude am Singen und an der Liturgie wie auch an der Arbeit zu kirchlichen
Themen haben, auf die Kirchliche Arbeit Alpirsbach aufmerksam zu machen und zu
unseren Wochen einzuladen. Die Zahl der Anmeldungen steht in keinem stimmigen
Verhältnis zu den 560 Rundbriefen, die wir
jetzt verschicken. Dies führt zu zwei weiteren Bitten: Wenn die Adresse
auf Ihrem Rundbrief unrichtig oder unvollständig ist, so melden Sie uns das
bitte. Und wer den Rundbrief nicht mehr erhalten möchte, teile uns dies bitte
mit. Denn die Rundbriefe sollen erstens für niemanden eine Belästigung sein,
und zweitens kosten sie nicht wenig Geld!
Deshalb die zweite
Bitte: Wer für dieses Jahr noch keinen Beitrag entrichtet hat, ist herzlich
gebeten, dies zu tun. Wir legen keinen Überweisungsträger bei, um den Brief
mit einfachem Porto verschicken zu können. Aber Sie haben bestimmt neutrale Überweisungsformulare
zur Hand. Unsere beiden Konten
sind:
Konto
Nr. 12 971 Sparkasse Detmold BLZ 476 501 30
Konto
Nr. 43 249 709 Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70.
Nun wünsche ich Ihnen eine schöne Sommerzeit. Seien Sie alle freundlich gegrüßt und Gott befohlen!
Ihr Rüdiger Schloz
Am
2.Advent, dem 9. Dezember 2001
Werte Freundinnen und
Freunde der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach!
Der Hymnus "Vox
clara ecce intonat" in den Laudes des Advent ruft zum Wachen: In das Dunkel
unserer Existenz strahlt der Stern von Bethlehem und weckt Hoffnung auf seinen
liebenden Schutz im Gericht. Mit diesem Hymnus eines unbekannten Verfassers aus
dem 6. Jahrhundert in der Übersetzung von Adolf Adam möchte ich Sie zum Beginn
des neuen Kirchenjahres grüßen, hier zunächst die ersten beiden Strophen:
|
Vox clara ecce intonat, obscura quaeque increpat: procul fugentur somnia; ab aethre Christus promicat. Mens iam resurgat torpida quae sorde exstat saucia; sidus refulget iam novum, ut tollat omne noxium. |
Hört, eine helle Stimme ruft und dringt durch Nacht und Finsternis: Wacht auf und lasset Traum und Schlaf - am Himmel leuchtet Christus auf. Dies ist der Hoffnung lichte Zeit; der Morgen kommt, der Tag bricht an: Ein neuer Stern geht strahlend auf, vor dessen Schein das Dunkel flieht. |
Am 5. Dezember
verstarb Oberkirchenrat i.R. Eberhard Weismann, einer der Väter der Kirchlichen
Arbeit Alpirsbach, im Alter von 93 Jahren. Er war seit der ersten Kirchlichen
Woche im Jahr 1933 dabei. Als Musikrepetent am Ev. Stift in Tübingen war er eng
verbunden mit Richard Gölz, Musikdirektor daselbst, der die Kirchliche Arbeit
Alpirsbach begründete. Gleich ihm war er sowohl von der Luther-Renaissance im
Gefolge Karl Holls als auch von der Dialektischen Theologie Karl Barths geprägt
und im Kirchenkampf in der Kirchlich-theologischen Sozietät verankert. Nach dem
Krieg leitete er 11 Jahre lang als "Landeskirchenmusikwart" den Verband
württembergischer Kirchenchöre, von 1959 bis 1965 als Dekan den Kirchenbezirk
Nagold. Dann wurde er als Oberkirchenrat in die württembergische Kirchenleitung
berufen und leitete das Theologische Referat bis zu seiner Emeritierung 1973. Er
gehörte zu den führenden Liturgikern seiner Generation und war maßgeblich an
der Entwicklung des Evangelischen Kirchengesangbuchs (EKG) beteiligt und als
hervorragender Kenner der oberdeutschen Gottesdienstformen am Standardwerk
Leiturgia.
Bis zum Tod von
Friedrich Buchholz 1967 stand er diesem als Schriftführer in allen organisatorischen
Belangen zur Seite, dann führte er dessen Werk zusammen mit dem Leitungskreis
fort, bis 1983 als Vorsitzender, danach als allseits anerkannte Autorität in
fachlicher wie in persönlicher Hinsicht. Seine Rundbriefe, die ich jetzt noch
einmal gelesen habe, sind von einem feinen, gütigen Humor durchzogen. Ich
erlebte ihn als väterlichen Freund, dessen theologische und kirchenmusikalische
Bildung, dessen klaren Standpunkt und zugleich Toleranz und Aufgeschlossenheit für
neue Wege und Reformen ich bewunderte. Die Kirchliche Arbeit Alpirsbach hat ihm
mehr zu danken, als ich in diese Worte zu fassen vermag. Wir werden unseren Dank
am besten dadurch abstatten, dass wir seinem vornehmen Geist in unserer
Kirchlichen Arbeit Alpirsbach nacheifern. Die weiteren Strophen des Hymnus
"Vox clara ecce intonat" möchten auch im Gedenken an ihn aufgenommen
werden:
|
E sursum Agnus mittitur laxare gratis debitum; omnes pro indulgentia vocem demus cum lacrimis, Secundo ut cum fulserit mundumque horror cinxerit, non pro reatu puniat, sed nos pius tunc protegat. |
Vom Himmel wird als Lamm gesandt, der alle Sünde auf sich nimmt. Wir blicken gläubig zu ihm auf und bitten ihn um sein Verzeihn, dass, wenn im Licht er wiederkommt, sein Glanz die Welt mit Schrecken schlägt, er nicht die Sünde strafend rächt, uns liebend vielmehr in sich birgt. |
Über die Sommerwoche
in Gernrode berichtet der Praeses chori Reinhard Winkelmann: Sie hatte 37
Teilnehmer. Lothar Fleischer fiel als Kantor kurzfristig aus; er lag mit einer
Thrombose im Krankenhaus. Auch Marlies Pahms stand als Concentorin nicht zur
Verfügung - sie wurde inzwischen Mutter, ihre Tochter trägt den Namen
Sarah-Miriam. Bernd Ebener aus Greifswald übernahm dankenswerter Weise das
Kantorat und übte es mit Umsicht und Sachkenntnis aus. Auch auf Dr. Dr. Heino
Falcke musste verzichtet werden, er lag mit inneren Blutungen ebenfalls im
Krankenhaus. Pfarrerin Günzel, Pfarrer Gölz und Prof. Dr. Widmann sprangen -
eigentlich als Teilnehmer angemeldet - in die Bresche und besprachen in drei
Gruppen Psalmen, die in der Woche gesungen wurden. Dieses aus der Not geborene
Studium wurde vom Konvent als vollwertig und sehr gut angesehen. Am Wochenende
fand in Gernrode direkt vor der Kirche ein Volksfest (Kaiser- bzw. Ottonenzug)
statt. Gegenseitige Rücksicht führte zu einem guten Miteinander. Einige
Gottesdienste (Freitag-Complet, Messe am Sonnabend und der Festgottesdienst am
Sonntag, der ganz in der Verantwortung des Konvents lag und von ihm u.a. mit
Chorgesang, gesungenen Schriftlesungen, Predigt von Pfr. Gölz gestaltet wurde)
waren im Festprogramm ausgewiesen und sehr gut besucht. Der Konvent bestimmte
das Dankopfer wieder einstimmig für Araisi - es betrug DM 2.100.-!
Von Kantor Martin
Hanke stammt der Bericht über die zweite Sommerwoche in Alpirsbach: Bei der
diesjährigen Sommerwoche in Alpirsbach waren 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zusammengekommen, um sich neben dem gemeinsamen Singen und Beten mit dem
Himmelfahrtsfest zu beschäftigen. Pfarrer Dr. Joachim Conrad hatte ein
hochinteressantes Studium vorbereitet, in dem er dem Konvent dieses
"verklingende" Fest von allen erdenklichen Seiten näher brachte, sei
es von der Bibel, dem Gesangbuch, der Geschichte seit der Antike bis heute, von
Predigten oder der Volksfrömmigkeit her. Am Schluß waren sich alle einig, daß
es lohnen würde, den Gehalt dieses christlichen Festes den Gemeinden wieder näher
zu bringen. Das gemeinsame Singen profitierte sehr von der Entscheidung, das von
Herrn Schlosser präparierte Heft zu nutzen. Dies verhalf dem Einstudieren der
Messe zu viel Ruhe und Entspannung. Eine besondere Freude machte Pfarrer Dieter
Rübesam dem Konvent mit seinen "blumengeschmückten" Homilien. Seinen
Meditationen stellte er jeden Tag ein gedichtetes Pflänzchen voran. Einen schönen
Abschluß fand die Woche mit dem Besuch eines Kreuzgangkonzertes und der
Mitgestaltung des Gemeindegottesdienstes am Sonntag. Das Ökumenische
Studienwerk Bochum konnte sich über eine Kollekte von DM 1100,- freuen.
Umgehend kam der Dank, insbesondere auch für die Offenheit der Kirchlichen
Arbeit Alpirsbach für die Ökumene und entwicklungspolitisches Engagement.
Den Bericht über die
Herbstwoche in Herrenberg erhielt ich von Pfarrer Jürgen Schwarzbach aus Görlitz:
Ein kleiner Konvent von 16 Personen, mehr Frauen als Männer, fast alles
erfahrene "Alpirsbacher", traf sich zum ersten Mal zu einer
Gregorianischen Woche in Herrenberg, gut untergebracht und versorgt in der
Tagungs- und Begegnungsstätte der Evangelischen Diakonieschwesternschaft.
Matutin, Sext und Complet wurden in der modern gestalteten Hauskapelle
gesungen, Laudes und Vesper in der Stiftskirche, der ältesten dreischiffigen
Hallenkirche in Süddeutschland, hoch über der Stadt gelegen. Viele Treppen führen
zur Kirche und schließlich zum Chor mit dem herrlich geschnitzten Chorgestühl.
Erwähnt werden muss das Glockenmuseum in dem gewaltigen Turm. 25 Glocken werden
zu verschiedenen Tageszeiten und Anlässen geläutet. 5 Glocken dienen dem
Uhrenschlag. Kirchenmusikdirektor Schlosser erwies sich über seine große
Kompetenz als Alpirsbacher Kantor hinaus auch als versierter Glockensachverständiger.
KMD Prof. Ingo Bredenbach, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen,
wirkte zum ersten Mal als Concentor mit. Die Gesänge der Messe konnten wir uns
unter seiner frischen und fröhlichen Leitung neu erarbeiten. Männer- und
Frauenschola führten den Gesang in beiden Chören. Das Studium leitete Prof.
em. Dr. Christoph Bizer. Sein Thema war der Katechismus nach Luther und der Württembergische
Katechismus von Johannes Brenz. Unkonventionell, mehr im Gespräch mit sich
selbst und dem Konvent, führte er in die Hauptstücke des Katechismus ein.
Eigene Seh-Erfahrungen waren gefragt. Die Homilien über Texte zum 18. Sonntag
nach Trinitatis hielt Pastorin Iris Habersack, die kurzfristig für den
eigentlich angefragten Homiliator eingesprungen war. Sie zelebrierte genauso
sicher die Messe, in der Pfarrer Günter Knoll, der Vorsteher der
Diakonieschwesternschaft Herrenberg, die Predigt hielt. Die Kollekte erbrachte
800.-DM, bestimmt für die offene Jugendarbeit der Evangelischen
Kreuzkirchengemeinde in Görlitz. Der Ausflug am Donnerstag Nachmittag führte
in das Kloster Bebenhausen, wo Erinnerungen an Richard Gölz wach wurden.
Vom erstmaligen
Alpirsbacher Quatember zum 1. Advent in Benz auf Usedom liegt noch kein Bericht
vor. Doch besteht Anlass, für alle diese Gregorianischen Tage und Wochen
dankbar zu sein. Darum folgt hier die letzte Strophe von "Vox clara ecce
intonat":
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Summo Parenti gloria Natoque sit victoria, et Flamini laus debita per saeculorum saecula. Amen |
Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit sei Gott dem Vater und dem Sohn, dem Geiste, der uns Beistand ist, durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen. |
Zur
Sommerwoche letzten Jahres in Blaubeuren wurde damit begonnen, das Alpirsbacher
Antiphonale von Friedrich Buchholz für einfachere Handhabung zu "präparieren",
also die für eine Woche vorgesehene Auswahl mit Unterstreichungen zu versehen,
in der Textgestaltung die Revision der Lutherbibel zu berücksichtigen und in
Treue zu dem Werk von Buchholz wo möglich Erkenntnisse der neueren
semiologischen Forschung zu nutzen. KMD Schlosser und Prof. Soergel wollen im nächsten
Jahr das Osterheft und für die Sommerwochen die Montags-Horen des Alpirsbacher
Antiphonale überarbeiten. Natürlich geschieht Entsprechendes auch Stück für
Stück bei der Messe.
Unser Rechnungsführer und Kurator, Rechtsanwalt Pastor Sibrand Foerster, der für die finanziellen und rechtlichen Belange der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach Sorge trägt, hat mir mitgeteilt, dass die von der Stiftungsaufsicht für die Stiftung geforderte Mindesteinlage zusammengekommen und der bisherige Genehmigungsvorbehalt damit hinfällig ist. Das ist ein Grund zu großer Freude und Dankbarkeit! Sie, werte Freunde der Kirchlichen Arbeit Alpirsbach, haben mit einer erheblichen finanziellen Anstrengung dazu beigetragen, dass der rechtliche Rahmen, den wir uns nach der deutschen Einigung gegeben haben, nunmehr fest gefügt ist. Das ist eine wichtige Etappe auf unserem Weg. Allen Gebern sei herzlich gedankt! - Doch der Weg geht ja weiter: Im Jahr 2003 wollen wir das Jubiläum der biblischen 70 Jahre mit der Sommerwoche in Alpirsbach festlich begehen. Die Arbeit am Alpirsbacher Antiphonale wird in den kommenden Jahren viel Kraft erfordern und auch Kosten verursachen. Begeisterung junger Menschen für Gregorianische Wochen zu wecken muss uns ein besonderes Anliegen sein, und deshalb sollten wir die Kosten der Wochen möglichst niedrig halten, damit sie nicht abschrecken.
Darum müssen wir
weiterhin darauf bedacht sein, das Stiftungskapital aufzustocken, um dann einmal
mit dem Zinsertrag die Kosten dämpfen zu können. Eine in diesem Jahr
verstorbene Freundin der KAA hat die Stiftung in ihrem Testament mit einem
namhaften Vermächtnis bedacht. Vielleicht kann dies ja künftig dem oder jener
zur Anregung dienen. Auch liegt diesem Rundbrief wieder ein Überweisungsträger
bei, der Sie freundlich daran erinnern möge, der Stiftung die jährlich
erbetenen DM 50.- bzw. nunmehr €
25.--bis 30.-, natürlich gern auch mehr, zukommen zu lassen. Aber auch
ein kleineres Scherflein ist uns herzlich lieb.
Den Überweisungsträger
werden wir künftig nur dem Adventsbrief beifügen, damit der Johannisbrief
unter 20 g bleibt und mit einfachem Porto verschickt werden kann, was letztes
Mal leider missglückt ist und zu mehreren Anfragen Anlass gab. Weiter finden
Sie anliegend Einladungen zu den Wochen des nächsten Jahres bis zum Sommer mit
Anmeldezettel sowie drei Prospekte für das Jahr 2002. Bitte geben Sie davon an
mögliche Interessenten, insbesondere auch Jüngere, weiter und fordern Sie ggf.
weitere Exemplare an. Ich weise Sie auch auf das Internet hin: Unter der Adresse
www.kaalpirsbach.de ist das Wichtigste
und Neueste über die Kirchliche Arbeit Alpirsbach zu finden, auch die Vorschau
auf die nächsten Jahre und Berichte über die durchgeführten Wochen.
Mit Jes. 45, 8 aus der
Advents-Vesper wünsche ich Ihnen einen gesegneten Advent und ein frohes
Christfest!
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Rorate, caeli, desuper, et nubes pluant iustum aperiatur terra, et germinet salvatorem. |
Tauet, ihr Himmel von oben, ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Die Erde tue sich auf und sprieße den Heiland hervor! |
Seien Sie alle
freundlich gegrüßt und Gott befohlen!
Ihr Rüdiger Schloz