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Jahresübersicht 2005:


Epiphaniaswoche Heiligkreuztal 01.-06. Januar

Alpirsbacher Invokavit Benz 11. - 13. Februar
Osterwoche Jerichow 28. März -3. April
Pfingstwoche Meißen 16.-21. Mai
Sommerwoche I Gernrode 16.-24. Juli
Sommerwoche II Alpirsbach 28. August -4. September
Herbstwoche Liebfrauenberg 9. - 15. Oktober

Alpirsbacher Advent Benz  25. - 27. November

Weihnachtswoche Benz 26. - 31. Dezember

 2005 

 

Epiphaniaswoche: 1. - 6. Januar 2005 Heiligkreuztal
 

Das Studium übernahm Prof. Dr. Friedrich Beißer, Mainz, zum Thema „Was dürfen wir von Gott in der Zukunft erwarten? – Fragen der Eschatologie“. Zur Freude aller teilte er mit, dass er beabsichtige, die von ihm in Heiligkreuztal gehaltenen Studien zu sammeln und in einer Schriftenreihe herauszugeben und der unvergessenen Beate Seiler zu widmen. Die Fragen des Studiums ergaben Denkanstöße mit Langzeitwirkung. Walter Sohn als Praeses chori und der Konvent dankten dem Rector studiorum:

Dass Hans-Dieter Schlosser, der als Kantor vorgesehen war, kurz vor der Woche schwer erkrankte, war nur durch Wagemut zu kompensieren. Diesen brachte Elisabeth Hofmann-Ehret, Neustadt, auf, die gemeinsam mit der schon ursprünglich vorgesehenen Concentorin Barbara Wurz, Filderstadt, kurzfristig seine Aufgabe übernahm und die Situation rettete. Beide übten diese Funktionen zum ersten Male aus. Mit Bravour, Festigkeit und Überzeugung leiteten sie den Konvent sicher durch die Singübungen, unterstützt von Anne Winkler, Meißen, die auch jeweils eine gern angenommene kurze Stimmbildung vorausschickte. Gearbeitet wurde mit der Studienkopie für die Epiphanias-Woche 2003 in der Fassung für 2004, die den meisten Teilnehmern schon geläufig war. Aufmerksam wurden einige „Patzer“ aus den Stundengebeten berichtigt, und auch für die Messe reichten kurze Durchläufe der einzelnen Teile. Die bei dieser Arbeit gezeigte Einmütigkeit schlug sich auch auf die gute Grundstimmung während des Verlaufs der Woche nieder.

Die vor einigen Jahren auch in Heiligkreuztal eingeführte Trennung von Matutin und Laudes mit dazwischenliegendem Frühstück wurde wieder sehr positiv aufgenommen, weil so beide Stundengebete voll zur Geltung kamen. Aus der Zusammensetzung des Konvents ergab sich eine Frauenschola, die sich auch in der Messe bewährte. Pfarrer Ernst Petersen, Schweinfurt, lieferte seine Ausdeutungen in gewohnt liebevoller Art, die Predigt in der Messe hielt Dr. Andrea Morgenstern, Marburg, mit frischer Lebendigkeit. Die bei der Messe eingesammelte Kollekte ergab eine Summe von 686,- Euro, die für die Katastrophenhilfe im Indischen Ozean an die Diakonie weitergeleitet wurde.

Bericht: Ellen Lange

 

 

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Alpirsbacher Invokavit: 11. - 13. Februar in Benz / Usedom
 
Demnächst finden Sie hier einen Bericht über diese Woche.

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Osterwoche 28.3. - 3. April 2005 Jerichow 

 

Diese Woche musste wegen zu geringer Anmeldezahlen leider abgesagt werden.

 

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Pfingstwoche 16.-21. Mai 2005 Meißen
 

 

Ein Konvent von 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatte sich zum Singen der besonders anspruchsvollen Pfingstmelodien in der Evangelischen Akademie Meißen eingefunden. Diese bietet mit ihren angenehmen Räumen und dem nun wieder unmittelbaren Zugang zur herrlichen St. Afra-Kirche (mit dem wunderschön restaurierten Kreuzgang) hervorragende Bedingungen für eine solche Woche. Dazu kam noch, dass das Nachtgebet im nahegelegenen altehrwürdigen Meißener Dom mit seinem geschnitzten Chorgestühl gesungen wurde – ein besonderer Höhepunkt eines jeden Tages.

Das Singen stand unter der behutsamen und präzisen Leitung von Ulrich Grafe, ergänzt durch Anne Winkler, in deren Händen Vorbereitung und Zusammenstimmen der äußeren und inneren Gegebenheiten lag. Gesungen wurde aus neubearbeiteten Heften: diese waren noch unvollständig und mussten durch mancherlei Blätter ergänzt werden. So dienten sie zur Erprobung einer noch ausstehenden „vorläufig endgültigen Fassung“, an der noch sehr viel zu tun bleibt.

Das Studium über „Pfingsten“ wurde von PD Dr. Friedrich Krause, Dozent für Praktische Theologie an der Ev.-theol. Fakultät der Universität Leipzig, geleitet. Es war, obgleich trinitarisch angelegt, stark christologisch zentriert: insbesondere durch Filme und Filmausschnitte wurde der Blick auf „christusförmiges“ Leben eröffnet.

  Die Akademie hatte die Dauer auf fünf Tage begrenzt, die Messe fand schon am Freitag Mittag statt – es fehlte ein ganzer Tag. So haftete dem Studium etwas Unabgeschlossenes an, und das Singen der Psalmen musste stark eingeschränkt werden. Trotzdem erfüllten die Melodien und die kraftvolle Bitte um den Heiligen Geist nicht nur die Kirchenräume, sondern auch der „Gläub’gen Herz, Mut und Sinn“ nachhaltig.

Bericht: Henning Drude

 

 

 

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Sommerwoche I: 16. - 24. Juli 2005 Gernrode
 

Obwohl unsere Gedanken unserem langjährigen Kantor, Lothar Fleischer, erinnernd nachhingen, obwohl Reinhard Winkelmann erstmals nicht mit  gewohntem Temperament und großer Erfahrung  uns als Praeses chori  begleitete – es war dennoch eine Spitzen-Woche!

Viele besondere Glücksumstände haben dazu beigetragen. Beide Kantoren Rudolf Rienau aus Loccum  und Bernd Ebener aus Greifswald haben sich in feiner Weise ergänzt und zusammen mit Christine Unger aus Plauen als Concentorin uns musikalisch  durch die Woche geleitet. 

Kantor Rienau

Mit dieser hochkarätigen Besetzung nicht genug, stieß am Dienstag zu unser aller Freude noch  des Markgrafen Gero Namensvetter – Gero Soergel – zu uns. Freilich nicht auch noch als Kantor im Amt,  aber als Conventuale war er natürlich für unsere Woche ein Gewinn. Er konnte so den Convent, dem er nächstes Jahr das Studium halten wird,  auch schon ein wenig kennen lernen. Der  diesjährige Rector studiorum, Prof. Dr. Ulrich Kühn aus Leipzig konnte z.T. sogar aus eigenem Erleben die ökumenischen Themen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und die augenblickliche Situation brillant darstellen und uns nahe bringen. 

Prof. Kühn

 

Homiliator Vikar Andreas Konrath aus Eisfeld hielt wohldurchdachte Homilien über den Kolosserbrief. Beide waren echte Glücksfälle, denn  die eigentliche Überraschung waren  ihrer beider musikalische Ambitionen als ehemalige Thomaner bzw. Kruzianer. Gregorianisch zu singen, schien ihnen in die Wiege gelegt, sowieso. Darüber hinaus aber gründeten sie (ehemaliger Lehrer und Schüler aus Leipzig)  zusammen mit Walter Gölz (!), Markus Pape, Wolfgang Irrlitz und Gero Soergel  zu spät nächtlicher Stunde den Gesangverein „Eintracht Gernrode“, der uns bei allen möglichen Gelegenheiten mit seinem Übermut entzückte. Ob es nun beim sogenannten traditionellen Bunten Abend, beim Ausflug im Kurpark Bad Suderode oder beim diakonischen Singen im Altenheim Hagental war - dem Charme und Wohlklang dieser sechs Männer konnte sich keiner entziehen.

MGV "Eintracht Gernrode" 05

Dr. Wolfgang Irrlitz bestand überdies in diesem Jahr seine „Feuerprobe“ als Praeses chori. Lieselotte Heine – Mutter aller Gernröder Gregorianer - hat alles wieder wohlweißlich gerichtet, wie wir es seit Jahren kennen und lieben.

Die Messe am Samstag zelebrierte Walter Gölz und der Homiliator Konrath hielt die Messpredigt. Das Messopfer war, wie schon in vergangenen Jahren, für die gregorianische Arbeit in Lettland bestimmt und erbrachte den beachtlichen Betrag von 1156.-€.  

Von Interesse dürfte vielleicht auch noch der Stand der Erhaltungsarbeiten an der geliebten Stiftskirche St. Cyriakus sein. Die Arbeit an  der Westapsis ist abgeschlossen und zeigt in frischen Farben die ursprüngliche Schönheit der Quast´schen Restaurierung aus dem 19. Jahrhundert. Ausserdem konnten wir vom Tagungshaus die Zimmermannsarbeiten am Dach der Kreuzgangempore ständig verfolgen – leider gelegentlich auch hören! Aber natürlich sind das alles hocherfreuliche Entwicklungen.

Für unsere Stundengebete und die Messe haben sich nach unserer Wahrnehmung insgesamt 115 Besucher interessiert. Die Sonntagsgottesdienste wurden von Kantoren und Convent  musikalisch-liturgisch mitgestaltet.

Nun schauen wir wieder auf eine Gernröder Sommerwoche zurück und fühlen uns gestärkt an Leib und Seele durch diese besondere Art des Zusammenseins, des Betens, Lauschen, Schweigens, Staunens. Dafür sind wir dankbar.

Bericht: Barbara Axthelm

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Sommerwoche II 28.August - 4. September 2005 Alpirsbach

 
 

In der Verbandszeitschrift „Württ. Blätter für Kirchenmusik“ fand ich in der Rubrik  „Freizeiten/Seminare“ ein Angebot der KAA zur Teilnahme an einer der insgesamt neun im Jahre 2005 stattfindenden „Gregorianischen Wochen“, die diesmal in Alpirsbach, dem „Geburtsort“ dieser kirchlichen Arbeit, abgehalten werden sollte. Nun hatte ich schon von der KAA Alpirsbach gelesen, wusste aber nicht genau, was ich mir darunter vorzustellen hatte.

Ich kam an diesem wunderschönen Spätsommersonntag des 28.August in Alpirsbach an, fand nach kurzem Suchen unseren künftigen Arbeitsort, den Bruderraum des ehemaligen Klosters und traf auf zwei Herren, die ins Gespräch vertieft waren: Herrn Dr. Schloz, den Präses, und Herrn Dr. Fröhlich, den Rector Studiorum dieses Konvents. Nach kurzer Vorstellung entwickelte sich alsbald ein anregendes Gespräch. Herrn Bredenbach, neben Herrn Soergel Cantor für diese Woche, kannte ich bereits von Orgelkonzerten und Fortbildungen her. So fühlte ich mich in kurzer Zeit schon an- und aufgenommen.

Nach und nach füllte sich der Raum, wir waren insgesamt 28 Teilnehmer. Nach Austeilung des neu überarbeiteten Heftes „Stundengebete am Sonntag“ und nach der Kaffeepause eröffnete der Präses die Woche mit Lied EG 124, der Einführung in einige Consuetudines (ich kann das Wort bis heute nicht gescheit aussprechen), die Regeln der KAA, Grüßen und kurzer Vorstellungsrunde.

Beim Studium eines Exemplares der Consuetudines konnte ich mich auch über mein neues Amt der Luminaria und Candelaria kundig machen: Zu den großen Horen, der Laudes und der Vesper werden von den vier Altarkerzen die beiden dem Kreuz am nächsten stehenden, also die inneren angezündet, bei den kleinen Horen Matutin, Sext, Complet die äußeren. Bei der Messe alle vier. Das Lob des Konvents dafür, dass ich mich sofort für ein kleines Amt zur Verfügung stellte, hat mich ein bisschen beschämt. Der Hauptgrund dafür war doch eigennütziger Weise der, dass ich zu Hause ein unpünktlicher Mensch bin und Klosterleben immer dafür da sein muss, mich ein wenig zu bessern.

Nach Singübung und Abendessen (wie alle Mahlzeiten im Bruderhaus sehr gut zubereitet) kam der Ernstfall: das von mir so geliebte Psalmensingen in einer uralten Klosterkirche. Schon die Atmosphäre solcher Kirchen weckt Musik in einem! Aber leider genügt Begeisterung allein nicht, es gehört auch theoretisches Wissen dazu. Da stieß ich gleich an meine Grenzen und bedauerte, das Kapitel „Psalmodie“ in der C-Kurs-Broschüre „Probieren und Studieren“ nicht mehr durchgearbeitet zu haben.

Am nächsten Tag musste ich früh und nüchtern (o Graus!) auf den Beinen sein. Aber dieser Umstand hatte auch seinen Reiz. Das schöne Wetter, der Frühtau, die Düfte des Spätsommers, alles noch so still in diesem reizenden Ort. Pfarrer Sohn, in Personalunion Hebdomadarius und Ostiarius, hatte die Kirche bereits geöffnet, und ich genoss es, in der Stille meines Amtes zu walten und lernte: Zur Matutin gibt es keine Statio und keinen gemeinsamen Einzug. Es ist auch nicht erwünscht, zu plaudern, bevor der Konvent mit dem Ingressus „Herr, tue meine Lippen auf“ die Matutin eröffnet. Die Homilie wurde, wie alle folgenden dieser Woche, von Präses Schloz abgehalten, der in eindrücklicher Weise immer wieder Be-zug nahm auf das Thema „Apokalypse“, wovon gleich noch die Rede sein wird.

Nach dem Morgenkaffee, der heute besonders gut schmeckte, gingen wir zu den Laudes wieder in die Kirche zurück, danach folgte das theologische Studium, wofür Herr Prof. Fröhlich wieder (wie immer – so erfuhr ich) hervorragend vorbereitet war, um uns sein umfassendes Wissen anhand von Bildern aus der „Bamberger Apokalypse“ zu vermitteln.

Danach folgte Singübung, anschließend Sext, Mittagessen, Ruhepause. Herr Soergel, einer unserer beiden Cantores, bot eine Arbeitsgemeinschaft „Mit Neumen zum lateinischen Singsprechen“ an. Nach der Kaffeepause folgten wieder Singübung und theologisches Studium, anschließend Vesper, Abendessen und Complet, und ich lernte: So wie es zur Matutin keinen gemeinsamen Einzug gibt, gibt es nach der Complet auch keinen gemeinsamen Auszug.

Der erste Tag war vergangen. Ich hatte einiges lernen müssen, neben der ungewohnten Notation und den Regeln des Psalmengesanges waren es vor allem die (Benimm-)Regeln des Konvents. Wie verhält man sich beim gemeinsamen Einzug? Wie grüßt man und trennt sich vor dem Altar? Eine beherzte Mit-Konventualin hatte mich am nächsten Tag einfach bei den Schultern gepackt und auf die richtige Seite gedreht, dass der Abgang weniger unbeholfen ausfiel. Dafür war ich ihr dankbar, wie auch fürs sichere Singen an meiner Seite.

Unser Präses musste uns ab und zu zur notwendigen Disziplin anhalten, sowohl was das Schwätzen bei der Statio, als auch die präzise Einhaltung des Zeitplanes betraf. Leider, muss ich sagen. Wir sollten es aus eigener Einsicht tun. Bei allem Verständnis für allzu Menschliches: Die KAA sollte nicht, wie es heute vielfach der Brauch ist, bewährte Regeln der Beliebigkeit und falsch verstandener Freiheit opfern.

Am nächsten Tag kam der gute Geist von Alpirsbach, Frau Ernst-Weissert, vom Urlaub zurück. Wir hatten, außer einer schönen Stimme zusätzlich, zuverlässig unseren Nachmittagskaffee. Wie sollte man auch studieren ohne Kaffee! Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, die ganze Woche über schien die Sonne. Abends waren wir mitunter in einem der schönen Biergärten gemütlich sitzen, um uns ein bisschen auszutauschen. Immer wieder interessant ist es für mich, neue Menschen kennen zu lernen, einiges über ihren Lebensweg, ihre Ansichten, ihre Pläne zu erfahren. Oft gibt es Impulse für mich, die mein eigenes Leben wieder in eine neue Richtung führen.

Leider musste der Konvent diesmal wegen einer Ausstellung im Kreuzgang des Klosters früher enden, so dass die abschließende Messe bereits am Freitagnachmittag stattfand. Wir hatten  fleißig geübt, die Messe sollte natürlich schön gesungen werden. Unsere beiden vom Temperament her so gegensätzlichen Cantores hatten uns, jeder auf seine Weise sehr fundiert, an diese faszinierenden Psalmgesänge herangeführt. An die Bäckchen der Anneliese Rothenberger, die Herr Bredenbach uns immer wieder zur Nachahmung empfahl, werde ich noch lange denken, zumindest jedes Mal beim Einsingen in der Chorprobe zu Hause. Die Messe ist auch sehr schön gelungen, obwohl die Beteiligung der Gemeinde doch zu wünschen übrig ließ. Die Kollekte wurde der neuen Orgel in der Klosterkirche zugedacht.

Was mir besonders gefallen hat: Das Singen, ganz besonders der, oft vierstimmige, Gesang beim Auszug nach den Stundengebeten im Kreuzgang. Die Idee der Alpirsbacher und ihr Bemühen, den Grundstock achtungsvoll zu erhalten, ohne die Gegenwart zu vernachlässigen.

Der zeitweilige Rückzug aus der „normalen“ Welt in eine Welt, in der sowohl der Tagesablauf, als auch das „was-wird-von-mir-erwartet“ festgelegt sind.

Was m. E. zu verbessern wäre: Neue Teilnehmer gleich nach der Anmeldung besser vorzubereiten. Dies kann durch die kleine Schrift „Orientierung“ von Herrn Dr. Schloz  einerseits und durch eine kurze Einführung in den Psalmengesang hinsichtlich Entstehung, Tradition, aber auch Notation, Begriffe usw. andererseits geschehen.

Wenn ich kann, komme ich wieder!

 

Bericht: Ursula Gossing

 

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Herbstwoche 9. - 15. Oktober 2005 Liebfrauenberg/Elsaß
 

Zu den Liebhabern des Hauses auf dem Liebfrauenberg, die eine weite Anreise hatten, gesellten sich fast ebenso viele Elsässer, die dem Konvent eine besonders heitere Note gaben. Der freundliche Empfang im Haus, die hoch zu lobende Küche und das strahlende Wetter waren der schöne Rahmen für eine harmonische Herbstwoche (9.-15. 10).

Die Singübungen leitete Kantor Eberhard Popp mit heiterer Gelassenheit. Doch blieb dem Konvent trotz langer Erfahrung die Erkenntnis, dass klösterliche Vollkommenheit in den gregorianischen Gesängen mehr Zeit erfordert als eine Woche, nicht erspart. Das Studium über „Hiob und die Frage des Bösen“ leitete Prof. Bernard Kaempf, Straßburg, mit vielen interessanten Zusatzinformationen. In den Homilien der Matutin zum Buch der Weisheit hob Praeses D. Rüdiger Schloz den zuverlässigen Gott Salomos hervor. Dem stand im Studium der Gott Hiobs gegenüber, ironisch und mit dem Teufel um Hiobs Treue schachernd. Die Diskussion darüber war lebhaft und die dafür zur Verfügung stehende Zeit viel zu kurz. Ein „kultureller Nachmittag“ und der Abend beim Flammkuchenessen dürfen gerne fest in das Programm kommender Wochen aufgenommen werden. Die Messe am Samstag­morgen zelebrierte Pfr. André Wagner in der schönen Kirche in Soultz s. Fôrets, die Predigt hielt D. Rüdiger Schloz. Die Kollekte von  € 254,- ist der Jugendbegegnungsstätte Beit Ben Yehuda in Jerusalem zugedacht, die von der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste für Versöhnungs-arbeit zwischen Juden und Deutschen sowie Juden und Palästinensern geschaffen wurde

Bericht: Heide Szanto

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Alpirsbacher Advent 25. - 27.11. 2005 in Benz / Usedom

Eine Adventfeier Alpirsbacher Art

in dem besinnlich gelegenen Ort Benz auf Usedom war für mich eine neue und schöne Erfahrung. Wie ein Stern mit unregelmäßig langen Strahlen (z. B. aus Bondorf in Baden-Württemberg und aus Anklam in Vorpommern) reisten wir mit unterschiedlich langen Wegen, mit unterschiedlichen Einstellungen und Befindlichkeiten zur ersten Adventsfeier in diesem Jahr an. In unserer Mitte war Gott bald zu spüren.

Von Pfarrer Arndt Noack im Pfarrhaus gut beherbergt, von Frau Edith Görne leiblich wunderbar versorgt, von Kantor Bernd Ebener zum Singen befähigt, von Walter Pehl liebreich in Marias Gottesfurcht eingeführt, von Ali Beck neugierig auf die Geheimnisse der Psalmen gemacht, vergingen mir die 48 Stunden viel zu schnell.

Wir sangen schöne Gebete voller Hoffnung und Freude auf und über Erlösung und bewunderten Marias Gottvertrauen. Wir hörten von der Liebe zu einer jungen Verlobten, die sich nicht ablehnend aufbäumte, als ein Engel ihr wahrscheinliches Todesurteil überbringt.

Ein Kind zu gebären, dessen biologischer Vater nicht der Mann ist, dem sie zur Ehe versprochen wurde, bedeutete gesteinigt zu werden. Und doch sagt diese junge Frau in der schönsten Blüte ihres Lebens – Dein Wille geschehe - . Wie wir es heute noch im Vater unser beten, jedoch in den meisten Fällen nicht so risikoreich.

Wir konnten Worte wie zur Ruhe kommen, andächtig sein, besinnlich werden durch das Singen von Psalmen, Hoffnungen und Segen verinnerlichen. Wir hörten, welche tragischen Spannungen die Beter in ihre Gedichte legten, welche Furcht sie zu welcher Hoffnung und Befreiung trieb. Wie sie in Not lernten, sich Gott anzuvertrauen, ihm ihren Dank nicht versagten und aufschrieben, welche Rettung er ihnen schenkte.

Ich ahne jetzt, welche Geheimnisse mir beim Lesen der Psalmen noch verborgen bleiben.

Wir schwatzten an den Abenden bei Snacks und Wein, wurden jedoch mit dem Rezitieren einer Ballade gewarnt vor lächerlicher Selbstüberschätzung eines Hasen, der infolge einer Feier bei einem zu guten Wirt glaubte, einem Löwen das Fell über die Ohren ziehen zu können. Ernüchtert machte der Hase die Erfahrung, dass Erkennen und eingestehen seiner Unwissenheit und Großspurigkeit, das Preisen von Kraft und Größe vorübergehend Leben retten kann. Doch war dieses los- und laufenlassen durch den Löwen ohne Gnade und vielleicht nur von kurzer Dauer.

Mit vielen Gedanken und gut nach Hause, bis vor die Tür gebracht möchte ich mich bei allen für diesen schönen Advent bedanken.

Iris Dietze, Neubrandenburg am 16. Dezember 2005

Nachtrag: Das Dankopfer der Messe (Liturg und Prediger: Arndt Noack) betrug 120 € und wurde vom Konvent bestimmt für die Erdbebenopfer in Pakistan. (B. E.)

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Weihnachtswoche 26. - 31. 12. 2005 in Benz / Usedom

Einen Bericht über diese Woche finden Sie demnächst hier!

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